BLOG

PODCAST

SUCHE

LOGIN

Mir ging es früher genauso

7.00 Uhr, der Wecker klingelt. Erster Gedanke: wann komm ich heute nach Hause. Zweiter Gedanke:
was steht heute an, worauf ich keine Lust habe (Antwort: alles zwischen 8.30 Uhr und 18.30 Uhr).
Dritter Gedanke: warum hab ich heute Nacht nur zwischen 5.00 Uhr und 7.00 Uhr geschlafen und den Rest der Nacht mit Grübeln rum gebracht…


Warum waren das nach dem Aufwachen meine ersten Gedanken? Weil ich in einem Job gearbeitet habe, der einfach nicht (mehr) zu mir gepasst hat. Ich habe an einem Arbeitstag nur funktioniert, wie ferngesteuert, habe versucht, alles korrekt abzuarbeiten, ohne emotionale Bindung zur eigentlichen Arbeit. Mich nur auf die Wochenenden und die Urlaube gefreut.

Jetzt ist es an sich schon ein Problem, wenn Du keinen Bock auf den Arbeitstag hast, aber es kommt da meist noch ein zweites Problem hinzu. Nämlich, dass nach außen doch alles so schön aussieht… …angesehener Job mit tollem Titel, schickes Büro, gutes Einkommen und damit gutes Auskommen, daher auch schicke Wohnung, schickes Auto, schicke Freunde, alles prima…könnte man meinen. Ich fand es nicht prima. Ich wirkte immer wie die, die alles im Griff hatte und alles geschafft hatte (was auch immer die Leute unter „alles“ verstehen), aber ich war nicht glücklich. Noch schlimmer eigentlich, ich hatte keinen Spaß (mehr) an meinem Alltag.

Die klassischen Reaktionen (so auch meine):

1.)

Durchbeißen, kann doch nicht so schwer sein, ist doch alles prima, andere wären froh…Du kannst doch nicht das aufgeben, was Du da erschaffen hast, stell Dich nicht so an, häng Dich rein…

2.)

Mehr arbeiten, vielleicht mach ich das ja nicht richtig, vielleicht macht es mich glücklicher, wenn ich mich noch mehr anstrenge, vielleicht bin ich ja einfach nur zu faul, wie es mir von meiner Mutter so oft suggeriert wurde, wenn ich als Kind einfach mal nichts tun wollte…also noch eine Fachfortbildung (in meinem Fall noch den Fachanwalt für Erbrecht, mit mehr Titeln machts vielleicht auch mehr Spaß)…

3.)

Vielleicht muss ich einfach nur in meiner Freizeit den richtigen Ausgleich schaffen, andere Urlaube, andere Projekte, neue Projekte…

Fazit:

nein, immer noch die gleichen drei Gedanken, wenn der Wecker klingelt. In meinem Fall sprechen wir gerade vom Jahr 2014.

Nächster Gedanke, ich sprich mal mit jemandem darüber. Aber mit wem. Was die Freunde sagen, weiß ich ja inzwischen, ist doch alles prima, andere wären froh, Du kannst doch nicht aufgeben…usw. also die Kassette, die bei mir ja auch schon lief. Die bringt mich aber irgendwie nicht weiter.

Also mal mit jemand anderem sprechen. Also habe auch ich mir damals, in meinem Fall 2016, einen Coach gesucht, um mal meine berufliche Unzufriedenheit und mögliche Handlungsoptionen zu beleuchten. Schon die erste Sitzung war für mich total spannend. Dadurch, dass ich den Raum hatte, frei über meine Gedanken zu sprechen und als Reaktion nicht die gewohnte Kassette kam, hab ich schon in dieser ersten Sitzung unheimlich viel über mich und das was ich möchte, erfahren.

Und sie hat mir einen ganz entscheidenden Rat gegeben, den ich damals schon sehr einleuchtend fand, den ich aber nicht so leicht umsetzen konnte. Sie sagte sinngemäß zu mir: „Fragen Sie sich doch mal selbst um Rat. Frage Sie sich doch mal, was Ihnen z.B. als Kind am meisten Spaß gemacht hätte.“

Zudem hatte sie mir auch Anzeichen bei mir aufgezeigt, die auf ein Burnout hindeuten, was mich auch sehr zum Nachdenken gebracht hat.

Also bin ich erst mal raus aus der aktuellen beruflichen Situation. Habe meine Einzelkanzlei gegründet und meine Arbeit flexibler und auch mehr nach meinen Wünschen gestalten können, was zunächst eine große Hilfe war.

Aber die kurze Freude an der beruflichen Veränderung hat nicht allzu lange angehalten. Also hab ich wieder Inspiration bei einem Coach gesucht und gefunden. 

Allerdings habe ich leider niemanden gefunden, der/die sich speziell mit meinem Wunsch nach einer sinnvollen beruflichen Neuorientierung befasst hätte. Klar gibt es jede Menge Berater, die auf Burnout spezialisiert waren, aber das war nicht mein Hauptthema. Dann gibt es natürlich die Karriereberater, die mir sagen, wie ich noch schneller noch mehr arbeiten kann und in meinem Fall sicher noch unglücklicher geworden wäre oder vollständig die Ziellinie zum Burnout überschritten hätte. Und dann gibt es zum Glück noch ein paar, die sich zumindest auf die persönliche Begleitung von Menschen besinnen, um ihnen helfen, ihre ursprünglichen Wünsche und Träume wieder zu finden. 

Es war ein längerer Prozess, in dem ich viele Schlaufen gedreht habe, bis ich endgültig den Beschluss gefasst und umgesetzt habe, meinen Lebensunterhalt nicht mehr als Anwältin zu verdienen. 

Danach habe ich mich erst einmal damit befasst, warum ich damals diesen Beruf gewählt habe, was die positiven Aspekte daran waren und was für mich gar nicht (mehr) funktioniert hat. Danach hab ich mich dran gemacht, meinen neuen Weg mit Hilfe dieser Erkenntnisse und unter Berücksichtigung meiner gesamten Lebenserfahrung, positiver, wie negativer, und vor allem meiner Stärken, Schwächen und Leidenschaften zu finden. 

Nach der Lektüre von kunterbunter Fachliteratur und unzähligen Self-Help-Büchern, vor allem im Bereich Psychologie und Soziologie, hab ich mir so mein eigenes Handwerkszeug zusammengesucht und diverse Berufsfelder in Betracht gezogen und teilweise auch ausprobiert. Ende 2018 habe ich mich dann für eine Coachingausbildung entschieden. Hier hab ich am ersten Tag gemerkt, dass ich genau richtig bin, weshalb ich diese Ausbildung schnell auch weiter vertieft habe. Im Juli 2019 habe ich dann mein neues Unternehmen als Coach und Trainerin gegründet. 

Mit dieser Kombination aus meiner eigenen Erfahrung bei der beruflichen Neuorientierung, meinen verschiedenen Aus- und Weiterbildungen als Coach und Trainerin, meiner Leidenschaft, die nach wie vor der Arbeit mit Menschen gilt und der Erfahrung in der Begleitung von Menschen im beruflichen Kontext in knapp zwanzig Jahren als Fachanwältin für Arbeitsrecht, möchte ich Dir helfen, den Job zu finden, der zu Dir passt und den Mut, ihn anzutreten! 

Dazu habe ich unter Berücksichtigung auch diverser wissenschaftlicher Erkenntnisse ein Neun- Schritte Programm entwickelt: „Lebenszeit statt Arbeitszeit“, das Dich dabei begleitet, Deine Arbeit und Deine Arbeitszeit so zu gestalten, dass sie für Dich wertvolle Lebenszeit ist! 

In meinem Fall hab ich später, weil ich durch meine berufliche Entwicklung so schön gelernt habe, meinen eigenen authentischen Weg zu gehen, auch mein Privatleben gleich noch komplett neu sortiert. Das ist aber, wie Ihr seht, nicht Voraussetzung für die berufliche Neuorientierung. Mit Veränderungsprozessen kenn ich mich aber in allen Lebensbereichen inzwischen aus eigener Erfahrung aus. 

Heute bin ich glücklich, ich brauche nicht mal mehr einen Wecker, um früh aufzuwachen (und ich bin bis Anfang 2019 nie gern früh aufgestanden, es war mir immer ein Rätsel, wie jemand freiwillig früh aus dem Bett springen konnte…). 

Ich hab eigentlich immer Lust auf das, was ansteht (ok, Ausnahme, Buchhaltung) und wenn was ansteht, worauf ich keine Lust habe, dann kann ich daran etwas ändern und: schon hab ich wieder Lust auf das, was ansteht!

 

Was will ich Euch mit meiner Geschichte sagen:

1.)

Wenn Ihr Euch beruflich neuorientieren wollt, weiß ich sehr genau wo ihr steht und wie Eure Reise verlaufen kann

2.)

Veränderungen sind nicht einfach und brauchen Zeit, Mut einen Plan und idealer Weise zumindest zu einem Teil auch die Begleitung von jemandem, der den Weg kennt

3.)

Aber es lohnt sich! Lebenszeit ist begrenzt und das Leben macht sooo viel Spaß! Nutzt Eure Lebenszeit für das, was Spaß macht! Nicht nur in dem Teil Eures Lebens, den Ihr Freizeit nennt, auch in dem Bereich Eures Lebens, in dem Ihr Geld verdient! Es gibt keine Freizeit, es gibt keine Arbeitszeit, es gibt nur Lebenszeit! 

Verdiene Deinen Lebens-Unterhalt mit etwas, das Dich mit Leben erfüllt!

MEIN BLOG

Lass uns schauen, ob wir zusammen arbeiten wollen…

Anmeldung zum kostenfreien Erstgespräch